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Katzen sind wasserscheu!
Von Haus aus.

Zumindest, wenn sie unfreiwillig mit dem lebensspendenden Nass in Berührung kommen.

Ansonsten lieben sie es. Sie trinken direkt vom tropfenden Hahn, sie weichen keiner
noch so tiefen Pfützen aus, sie werfen sich todesmutig zum Goldfisch ins Gartenbiotop.

Einige Exemplare spielen auch gerne "Mensch ärgere dich!", und das geht so:


Die Katze begibt sich zum randvollen Trinknapf und schaufelt mittels Pfote den gesamten
Inhalt heraus. Sodann sieht sie ihren Menschen an und miaut kläglich: "DURST!"        
               Oder sie ersäufen Fellmäuse im frischen Nass, um dann angeekelt in die verbleibende Brühe
zu starren.
 

Will man Tier und Element jedoch zwangsweise zusammenführen, ergeben sich Komplikationen.

Leider ist es manchmal unerlässlich, dies zu tun. Sei es, weil der Verdreckungsgrad des Fells schon weit jenseits des Katzenzungenbewältigungspotentials liegt, sei es aus Chancen steigernden Überlegungen vor Ausstellungen oder einfach, weil ein lästiger Hautpilz das Tier plagt und man nur durch spezielle Kurbäder Heilung herbeiführen kann.

Ungeübte Personen sollten allerdings den hiesigen Katastropheneinsatztrupp
verständigen oder zumindest vorher diese Vorgehensanleitung genauestens studieren.

1.) Vergewissern sie sich, dass ihre Blutgruppe nicht allzu selten ist. Wenn doch:
   Rechtzeitig für ausreichend Eigenblutvorrat im Krankenhaus sorgen.

2.) Überprüfen sie ihren Erste-Hilfe-Schrank. Bestücken sie ihn vorzugsweise mit
    Verbandpäckchen und ähnlich wichtigem Zubehör.

3.) Nummer des Notarztes bereithalten.

4.) Bitten sie ein paar zickige Nachbarn, die Schwiegereltern und wen sie sonst noch auf Ihrem weiteren Lebensweg entbehren können, zu sich.
(Zur Not tut's auch ein Rudel schwellarmiger Matrosen aus einer hanseatischen Vergnügungskneipe.) Aber zehn Helfer sollten's mindestens sein.

5.) Warmes Wasser in die Wanne lassen.
(Es ist ein nettes Märchen, dass es reicht, einen Plastikbehälter in Katzenklogröße halb zu befüllen. Tiere, die sich in solche Kleinwannen zwängen lassen, sind entweder krankhaft gutmütig oder schwer komatös)

6.) Schutzausrüstung verteilen. Die Standardbekleidung für Katzenwäsche setzt sich folgendermaßen zusammen:
O ein paar Gummistiefel, darunter dicke Socken

   O zwei Hosen. Jeans sind gut, Skihosen besser, Watthosen genial

O wahlweise Brustpanzer oder Kevelaer-Weste

O Arbeitshandschuhe, wenn möglich ellbogenlang

   O Arafat-Feudel für um den Hals

   O Vollvisierhelm

7.)  Lassen Sie sich von jedem ein Papier unterzeichnen, in dem er auf Schadenersatz-
     ansprüche jedweder Form verzichtet. Die Anwesenheit eines Notars ist hier hilfreich.

8.) Verabschieden Sie sich von jedem Einzelnen.

9.) Lassen Sie vorsichtshalber auch ihr eigenes Leben wie einen Film an sich vorüberziehen.
    Haben Sie ihr Testament gemacht?

10.) Holen Sie die Katze (die lange Lunte riecht) vom Kleiderschrank.

11.) Übergeben Sie sie dem Freiwilligen ihrer Wahl.

12.) Geben sie das Kommando: "Kaaatzeeee eintauchen!".

Was nun folgt ist nicht sehr schön anzusehen. Halten sie sich eher im Hintergrund, bzw.
    suchen Sie einen weit entfernten, sicheren Platz auf. Ein Balkon bietet sich an. Die anderen werden inzwischen versuchen, die Bestie im Wasser zu halten und sie gleichzeitig zu entschmutzen. Sie werden bald merken, dass dies nicht ohne erhebliche Verluste vonstatten gehen wird. Beten Sie ein bisschen.

13.) Sobald Blut unter der Badezimmertür hervortritt, setzen sie den Notarzt in Marsch. Hoffen Sie, dass die Katze nicht soviel davon abbekommt -
     Blut geht nur schwer wieder raus aus dem Fell...

14.) Verarzten und verabschieden Sie den Rest der lädierten Helfer und lassen Sie die Gefallenen
     abfahren.

15.) Die Katze zum Trocknen in die Sonne stellen - fertig!

Autor leider unbekannt.





 
 

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